Beitrag: MYP Magazine

Das MYP Magazine ist ein nicht-kommerzielles und werbefreies Onlinemagazin, das seit Januar 2011 vierteljährlich publiziert wird. Gegründet wurde MYP von Jonas Meyer und Lukas Leister.

Das Magazin bietet Kreativen verschiedener Kunstrichtungen die Möglichkeit ihre ganz persönlichen Gedanken zum Thema der jeweiligen Ausgabe zu präsentieren. Darüber hinaus beinhaltet jedes Heft ausführliche Interview-Portraits spannender Charaktere aus dem Musik-, Schauspiel- und Kreativbereich, die mit sehr persönlichen Foto-Editorials kombiniert sind.

Bisher wurden in insgesamt 20 Ausgaben über 450 Menschen aus mehr als 30 Staaten vorgestellt. Im Jahr 2012 erhielt das MYP Magazine die Mitgliedschaft im Creative Space des Fernsehsenders ARTE, wurde im Februar 2013 offizieller Medienpartner des beBerlin “Design Souvenir Award” und ist seit Sommer 2015 Partner des österreichischen „Out of Box“ Kreativ-Awards.

In der 20. Ausgabe des Magazins ist Bürger SinoConsulting Gründer Martin Bürger mit eigenem Beitrag vertreten. Zum Beitrag gelangen Sie hier. Die gesamte 20. Ausgabe des MYP Magazine können Sie hier lesen.

Weitere Informationen unter myp-magazine.com

Foto: www.myp-magazine.com, Roberto Brundo

Messen in China 2016

Wenn Sie Ihre Firma in China präsentieren möchten, Geschäftspartner treffen oder neue Kontakte knüpfen wollen, dann bieten Fach- und Handelsmessen die perfekte Gelegenheit. Wir haben eine Auswahl an Messen in China zusammengestellt. Hier finden Sie eine Übersicht.

Auch außerhalb der Messezeiten unterstützen wir Sie kompetent dabei, Ihr Netzwerk in China zu erweitern. In Kooperation mit unseren Partnern vor Ort verfügen wir über direkten Zugang zu mehr als 3,9 Mio. chinesischen Lieferanten. Profitieren Sie von unserem Netzwerk und lassen Sie uns Sie bei der Realisierung Ihres Messeauftritts durch eigenen Messestand oder Publikationen begleiten.

Chinesische Messen

Wir unterstützen Sie dabei auf chinesischen Messen mit eigenem Stand oder Publikationen vertreten zu sein. Angebot und Umfang richten sich nach Ihrem Bedarf und nach Vereinbarungen mit unserer Partnermesse. Weiter unten liefern wir Ihnen unsere Top 10 Auswahl an Messen für 2016 in China. Ergreifen Sie die exklusive Gelegenheit und nutzen Sie passende Leistungen für Ihre Firma.

Partner Matchmaking

Wir unterstützen Sie dabei chinesische Unternehmen und Behördenkontakte zielgerichtet zu ermitteln und ermöglichen Ihnen die Zusammenkunft, mit den für Sie relevanten Ansprechpartnern, unter vier Augen. Teilen Sie uns Ihren Bedarf mit und verraten Sie uns welche Art der Geschäftspartnerschaft Sie in China wünschen.

Wir ermitteln, Ihren Vorstellungen entsprechend, passgenau und chinaweit Unternehmen für Ihre Netzwerkerweiterung. Anschließend ermöglichen wir Ihnen die erste Zusammenkunft und begleiten diese kompetent in vertraulicher Umgebung. So erreichen Sie selbst Unternehmen, die nicht auf Messen vertreten sind – und das zu jeder Zeit, chinaweit.

Noch mehr Messen finden Sie hier.

Unsere Top 10 Messen in China

119th China Import and Export Fair (Canton Fair)
Branchenübergreifende Händler- und Herstellermesse
Ort: China Foreign Trade Centre (Guangzhou)
15. – 19. April | 23. – 27. April | 01. – 05. Mai 2016

International Photovoltaic Power Generation Conference & Exhibition
Energie-, Umwelttechnologie & Grüner Bau
Ort: Shanghai New International Expo Centre
23. – 26. Mai 2016

Fi Asia-China, Hi & Fi
Lieferanten- und Händlermesse: Zutaten für Nahrung, Nahrungsergänzung & Pharma
Ort: Shanghai New International Expo Centre
21. – 23. Juni 2016

Green Architecture and Construction Materials Expo
Umwelttechnologien, Umweltschonende Baustoffe
Ort: Shanghai New International Expo Centre
05. – 07. Juli 2016

International E-Commerce Service Expo
Fachmesse für E-Commerce und IT-Services
Ort: Jiangnan High-Tech International Exposition Center
07. – 09. Juli 2016

China International Beauty Expo
Fachmesse für Schönheits- und Modeindustrie
Ort: China Import & Export Fair Complex Guangzhou
04. – 06. September 2016

International Optoelectronic Expo
Beleuchtung, LED, Touch Screens, Präzisions- und Lasertechnik
Ort: Shenzhen Convention & Exhibition Center
06. – 09. September 2016

China International Auto Products Expo
Automotive: Hersteller, Erstausrüster, Aftermarket, Händler uvm.
Ort: National Exhibition and Convention Center
25. – 27. September 2016

Power Transmission and Control Asia
Fachmesse für Antriebs- und Kontrolltechnik
Ort: Shanghai New International Expo Centre
01. – 04. November 2016

Automechanika Shanghai
Fachmesse für die Automobilbrache: Zulieferer und Dienstleister
Ort: National Exhibition and Convention Center
30. November – 03. Dezember 2016

Alle Angaben ohne Gewähr. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Noch mehr Messen finden Sie hier.

Ein Plan für fünf Jahre

Mit Herausgabe seines Erstentwurfs wurden bereits einige konkrete Inhalte aus Chinas neuem Fünfjahresplan bekannt. Bald wird die endgültige Version veröffentlicht. Lesen Sie jetzt weiter.

Schon seit Beginn 2013 laufen die Vorbereitungen zur Erstellung des 13. Fünfjahrplans in China auf Hochtouren. Dieser ist die strategische Blaupause der Zentralregierung in Peking für die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes bis 2020. Ende Oktober 2015 erschien nun der offizielle Erstentwurf, in dem konkrete Inhalte der Planung sowie politische Prioritäten für die nächsten fünf Jahre bekanntgegeben wurden. Auf der Basis dieses Planungsentwurfs findet derzeit eine weitläufige Diskussion verschiedener politischer Gremien und Akteure statt. Die endgültige Fassung wird im März 2016 veröffentlicht.

Wie funktioniert ein Fünfjahresplan?

Seit 1953 bestimmen Fünfjahrespläne, ähnlich der sowjetischen Zentralplanwirtschaft, die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungsziele auf allen Ebenen in China. Die Planung und Überwachung der Umsetzung liegen, entsprechend der verschiedenen Verwaltungsebenen, im Verantwortungsbereich der Zentralregierung, der Provinz-, Bezirks- und Kreisregierungen – meist in Zusammenarbeit mit den ansässigen Regulierungsbehörden – die oft auch über eigene Fünfjahrespläne verfügen.

Die Erstellung des Nationalen (zentralen) Fünfjahresplans liegt im Verantwortungsbereich der “Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform”. Darin werden Wirtschaftsziele, wie z. B. BIP-Wachstumsraten, aber auch soziale Entwicklungsziele, in Bereichen wie Gesundheitsversorgung oder Bildung und Forschung, genau formuliert. Alle Ziele werden unter Hinzuziehung von Experten und Beratern aus Wissenschaft, Wirtschaft oder den Ministerien festgelegt und leiten chinesische Regierungsbeamte und Regulatoren bei der Durchführung ihrer Arbeit an. Regionale Fünfjahrespläne, wie z. B. die auf Provinzebene, werden kurz nach Verabschiedung des nationalen Plans bestimmt. Inhaltlich richten sich diese nach den Richtungsvorgaben des nationalen Plans, stellen jedoch einen direkten Bezug zur entsprechenden Verwaltungsebene her.

Offizielle Gespräche über die Inhalte des 13. Fünfjahresplans begannen bereits im April 2013. Ein öffentlicher Erstentwurf liegt seit Oktober 2015 vor. Üblicherweise ist die Veröffentlichung des Erstentwurfs der Startschuss für die weitere Ausarbeitung und die Fertigstellung des Plans, insbesondere unter Berücksichtigung von gesellschaftlichen Statements, der öffentlichen Meinung und Beiträgen von Stakeholdern. Eine endgültige Version des derzeitigen Entwurfs wird dem Nationalen Volkskongress voraussichtlich im März 2016 vorgelegt, welcher dem Plan dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zustimmt. Die Veröffentlichung der Abschluss-Version folgt kurze Zeit später.

Welche Relevanz haben Fünfjahrespläne heutzutage noch für Ihr Geschäft?

Fünfjahrespläne stellen Regierungsprioritäten dar und legen die Richtung für politische Entwicklungen fest. Vergleichen Sie einen Fünfjahresplan gerne mit den Koalitionsverträgen zwischen Regierungsparteien in Deutschland, die zu Anfang einer Legislaturperiode ausgehandelt werden. Auch diese legen Regeln für die Regierungsarbeit fest, mit dem Unterschied, dass sie sich stark auf die jeweilige Verwaltungsebene beschränken. Eine Bundeskoalition agiert somit nicht auf Länderebene oder bestimmt die dortige Politik. Fünfjahrespläne auf nationaler Ebene bieten auch unteren Verwaltungsebenen inhaltliche Vorgaben. Beschriebene Inhalte ermöglichen China eine weitreichende politische Orientierung und bieten dadurch auch Unternehmen Verlässlichkeit für die Planung.

Oft werden wir gefragt, ob die in der Wirtschaftsplanung beschriebenen Ziele tatsächlich bindend und richtungsweisend sind und wie realistisch deren Umsetzung ist. Mithilfe öffentlich zugänglicher Informationen der Weltbank haben wir daher regelmäßig Zwischenwertungen durchgeführt, um die Fortschritte zur Umsetzung der Ziele des 12. Fünfjahresplans (2011 bis 2015) nachzuvollziehen. Die meisten der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ziele, die sich China bis Ende 2015 gesetzt hat, wurden demnach erreicht. Erreichte Ziele sind u.a. die Beibehaltung eines durchschnittlichen BIP-Wachstums von 7 %, die Anhebung des Anteils für Dienstleistungen am BIP um vier Prozentpunkte, Zunahme der ländlichen und städtischen Einkommen um durchschnittlich 7 % pro Jahr und eine Urbanisierung um zusätzliche 4 %. Laut unserer Betrachtung aus 2013 hinkte China zum damaligen Zeitpunkt bei der Umsetzung folgender Ziele den eigenen Vorgaben hinterher: Vermehrte Nutzung nicht-fossiler Energieträger zu einem Prozentpunkt der Primär-Energieversorgung, Vorgaben zur Energieeffizienz und Ziele zur Reduzierung von Kohlenstoff-Emissionen.

Die Behauptung, dass die im Fünfjahresplan festgelegten Entwicklungsziele das Geschäftsumfeld zahlreicher Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflussen werden, ist daher überaus schlüssig. Unternehmer sollten sich daher über Inhalte und Zielsetzungen informieren und ihre Geschäftsplanung entsprechend ausrichten.

Welche Prioritäten setzt der 13. Fünfjahresplan?

China durchläuft derzeit eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Laut Ministerpräsident Li Keqiang wird sich der 13. Fünfjahresplan, neben der Beibehaltung eines moderaten Wirtschaftswachstums sowie einer Förderung von Innovation und Reformen, einigen “tiefsitzenden” Problemen widmen, wie z. B. dem Thema Korruption. Zhang Guobao, Vizevorsitzender der “Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform” und Leiter der “Nationalen Energie-Verwaltungsbehörde” meint, der Plan stelle sich einer der größten Herausforderungen, der Fortführung eines relativ schnellen chinesischen Wirtschaftswachstums im Sinne einer “gesunde Entwicklung”, d.h. Wachstum bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Themen wie Umweltschutz. Zhang beschreibt auch eine angestrebte Verdopplung der durchschnittlichen Jahreseinkommen bis 2020, im Vergleich zu 2010. Experten schätzen dieses Ziel, unter Voraussetzung eines durchschnittlichen Wirtschaftswachstums von ca. 7 %, als realistisch ein. Bei einem Wachstum von unter 6,5 % jedoch stelle dieses Ziel eine Herausforderung dar. Ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 6,8 % wird daher empfohlen und gilt als wahrscheinliche zu bestimmende Zielgröße.

Der 13. Fünfjahresplan übernimmt auch einige Ziele aus der letzten Planung, darunter eine fortwährende Förderung des Binnenkonsums, Ausbau der industriellen Infrastruktur und die Reform der nationalen Energiepreisstruktur. Weitere Themen sind die Förderung von aufstrebenden Branchen, wie z. B. Grüne Technologien und Online Businesses, die fortschreitende Liberalisierung und Reform der Finanzmärkte, Investitionen in das Gesundheitswesen, Altenpflege, dabei sind insbesondere auch Reformen des Sozialversicherungssystems und der Bildungsreinrichtungen zu nennen.

Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen demnach eine größere Autonomie erhalten. Forschungsleiter sollen größeren Spielraum in der strategischen Planung ihrer Projekte erhalten, z. B. bei der Finanz- und Personalplanung. Weiterhin soll die Lehrqualität an chinesischen Universitäten soweit angehoben werden, dass sie internationalen Standards entspricht. Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen sollen verstärkt werden. Ziel ist die (duale) Ausbildung von hochqualifizierten chinesischen Fachkräften. “Ein besonders wichtiger Mechanismus zur Förderung von Innovation in China ist meiner Meinung nach die staatlichen Initiative “Made in China 2025″. Diese sieht Subventionen innovationsstarker Betriebe, in herstellenden und dienstleistungsorientierten Branchen, vor. Auch der 13. Fünfjahresplan bezieht sich auf die Initiative”, meint Martin Bürger.

Neben der Steigerung des Konsums nimmt auch das Thema Umweltschutz in Zukunft eine bedeutendere Rolle ein. Eine strengere Zielsetzung soll zusätzlichen Erfolg bringen, zudem soll ein vorgeschlagenes Echtzeit-Überwachungssystem helfen, Ursachen für Umweltverschmutzung schneller zu identifizieren, um die derzeitige Umweltgesetzgebung besser zu implementieren. Fabriken sollen demnach ihre stündlich gemessenen Emissionswerte im Internet veröffentlichen und dokumentieren.

“Das Internet spielt auch als Innovationsmotor eine wichtige Rolle. Das von Li Keqiang ins Leben gerufene Programm “Internet Plus” zielt darauf ab, Big Data, das Internet der Dinge und mobiles Internet in Produktionsabläufe zu integrieren und den E-Commerce zu fördern”, äußert sich Martin Bürger. Demnach sei das Internet als Mittel zu nutzen, um Innovation in allen Wirtschaftssektoren voranzutreiben. Auch die Effizienz in der Verwaltung soll durch das Internet erhöht werden. Neue Verwaltungssysteme sollen nicht nur die weitere Implementierung von Rechtsstaatlichkeit, sondern auch die Partizipation der Bürger in öffentlichen Entscheidungsprozessen ermöglichen.

Chinesische Bürger verfügen über eine Gesundheitsversorgung, welche jedoch nur eine Deckung von grundlegenden Krankheiten beinhaltet. Die Kostendeckung ernsthafter Krankheiten ist nur schlecht geregelt, viele Menschen müssen somit die Kosten für die eigene Behandlung selbst übernehmen. Um dieses Problem zu lösen, sollen Versicherungen in Zukunft die Kosten ernsthafter Erkrankungen zu mind. 50 % decken. Ebenso steht eine Reform des Rentensystems bevor. Das Renteneintrittsalter soll erneut heraufgesetzt werden. Schon seit Januar 2015 sind Staatsangestellte angehalten 8 % ihres Einkommens in die Pensionskasse einzuzahlen.

Mit der Reform der Versicherungsbranche geht eine Öffnung der Finanzmärkte einher. Auch hier sind zahlreiche Neuregelungen im Rahmen einer Liberalisierung geplant, z. B. um die Konvertierbarkeit des RMB zu voranzutreiben. Auch im letzten Jahr schon konzentrierte sich die chinesische Regierung stark auf Finanzreformen. So wurde die Anlagezins-Obergrenze aufgehoben, die Einlagensicherung eingeführt und es wurde Firmen und Banken ermöglicht in der Shanghaier Freihandelszone Geldmittel anzulegen. Bis zur Öffnung der Finanzmärkte in China sind noch zahlreiche Gesetzesänderungen erforderlich, diese geht die chinesische Regierung kontinuierlich in moderatem Tempo an. Weitere Themen sind zudem die Anregung des Wettbewerbs monopolisierter Branchen, wie Energieversorgung, u.a. auch Erdöl, Telekommunikation, Transport und der öffentlichen Verwaltung sowie die Professionalisierung der Landwirtschaft und die Modernisierung chinesischer Streitkräfte.

Die Tatsache, dass die meisten der im 13. Fünfjahresplan beschriebenen Ziele und Reformen bereits auf den Weg gebracht wurden, lässt den Plan als durchaus realistisch und die darin beschriebenen Inhalte als erreichbar erscheinen. Unternehmen und Geschäftsleute, die in den nächsten fünf Jahren Tätigkeiten in China oder mit chinesischen Geschäftspartnern erwarten, sollten mit den Inhalten der Wirtschaftsplanung vertraut sein und entsprechend handeln. Eine Anpassung der eigenen Geschäftsplanung, an beschriebene Entwicklungsziele, unterstützt Ihren Wechsel auf die Überholspur.

Prüfen Sie Ihr Geschäftsmodell und machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über erforderliche Anpassungen. Auf Wunsch unterstützen wir Sie Chancen und Risiken zeitnah zu erkennen.

Kontaktieren Sie uns. 

China – die nervöse Großmacht

Am 27. Januar 2016 diskutierten Martin Bürger (BSC), Daniel Krahl (SPD), Vera Philipps (DIHK) und Angela Stanzel (ECFR) gemeinsam zum Thema “China – die nervöse Großmacht”.

Im Podium analysierten die Referentinnen und Referenten mögliche politische und ökonomische Entwicklungsszenarien der Volksrepublik. Veranstalter war der “Fachausschuss Internationale Politik, Frieden und Entwicklung” der SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses. Wir danken dem Fachausschuss herzlich für die Einladung ins Podium.

Foto: Claudia Schmidt

Frohes neues Jahr!

Ein neues Jahr bricht an! Für Bürger SinoConsulting bedeutet das den Beginn des fünften Geschäftsjahrs.

Sehr geehrte Damen und Herren,

über den bestehenden Erfolg unseres Unternehmens freue ich mich persönlich sehr. Er bildet eine solide Grundlage, um auch in 2016 gute Arbeit zu leisten und mit Ihnen durchzustarten.

Wir legen auch im neuen Jahr großen Wert auf ein hochwertiges Angebot. Unsere Qualität soll nicht unter einer Diversifikation leiden. Wir haben uns daher für eine Weiterführung und tiefergehende Spezialisierung in den Ihnen bekannten Leistungsfeldern entschieden: Organisationsentwicklung, Investitionen und Sourcing. Ein gewohnt umfangreiches Spektrum decken wir über unser Partnernetzwerk ab.

Ich danke Ihnen für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen und Ihre Treue.

Frohe Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2016!

Ihr Martin Bürger – Geschäftsführender Inhaber

E-Mail Signatur

Qualität braucht System

Viele chinesische Lieferanten haben einen niedrigen Organisationsgrad, wodurch zahlreiche deutsch-chinesische Geschäftspartnerschaften von Einzelpersonen abhängen. Eine systematische Organisationssteigerung reduziert die Abhängigkeit.

Zahlreiche deutsche KMU werden von kleinen oder mittelgroßen Fabriken aus China beliefert. Deren Inhaber besitzen eine angemessene Grundhaltung, um allen gestellten Ansprüchen an Qualität gerecht zu werden. Unzureichend ausgeprägte Organisationsgrade verhindern jedoch nachhaltige und prozessübergreifende Qualitätsanforderungen zu befriedigen.

Die (gute) Zusammenarbeit hängt viel zu oft von einzelnen Personen ab, wie z. B. vom Vertriebsmitarbeiter, der weiß was dem Kunden wichtig ist, es jedes Mal den Produktionsmitarbeitern erklärt; vom langjährigen Mitarbeiter, der die Linien einstellt, dies aber nie dokumentiert; oder von der Frau des Inhabers, die regelmäßig einen Blick auf Produktqualität wirft. Aber was tun, wenn eine dieser Personen anderweitig verhindert ist oder gar ganz abhandenkommt? Vielen deutsch-chinesischen Geschäftsbeziehungen fehlt in solchen Fällen die systematische und organisatorische Grundlage.

Der Einkäufer ist der Held

Einige Einkäufer meinen sie wären ausschließlich für die Aufgabe und Verfolgung von Bestellungen zuständig. Sie übersehen dabei, dass ihnen als direkter Kontakt zum Lieferanten eine tragende Rolle zukommt. Einkäufer sollen ihren Einfluss auf Bestellungen nutzen, um einen höheren Organisationsgrad zu bewirken. Jede Order hat das Potential Systemänderungen beim Lieferanten zu veranlassen.

Einige Tools helfen ein System ohne Abhängigkeit von Schlüsselpersonen zu schaffen:

  • Detailliertes und vom Einkäufer ausgestaltetes Spezifikationsblatt, mit Orientierung am Marktstandard
  • Defekt-Klassifikationen nach Schweregrad, vom Einkäufer vorbereitet
  • Datenblätter mit Informationen zu Einstellungswerten, nach Vorgaben des Einkäufers
  • Zahlung der letzten Rate nach Inspektion der Ware bzw. über ein gesichertes Gemeinschaftskonto
  • Klare, regelmäßige und direkte Kommunikation

Den chinesischen Geschäftspartner und seine Sichtweisen vor Beginn einer Zusammenarbeit richtig einzuschätzen, das ist für viele international tätige Unternehmer auch ein gängiges Problem. Vor kurzer Zeit haben wir uns deshalb mit dem Thema Vertrauensverhältnisse in Kooperationen befasst. Wir haben festgestellt, dass mit einer bewusst sachlichen Vorgehensweise Risiken minimiert werden können und dabei eine solide Basis für Geschäftsverhältnisse geschaffen wird. [weiterlesen]

Radio-Gespräch: Mephisto 97.6 – M19-Das lange Interview

Bei M19 spricht China-Experte Martin Bürger über das Reich der Mitte.

Mit China als Thema einer Sendung, kann man mehr als nur eine Stunde füllen. Immerhin ist auf dem Flecken Erde zwischen Russland und Indien in den letzten Jahrhunderten so einiges passiert. Man denke nur an Porzellan, Seide und die große Mauer.

Den Beitrag hier anhören.

Studiogast Martin Bürger hat selbst eine Zeit lang in Nanjing gelebt – einer Partnerstadt von Leipzig, die mehr Einwohner hat als Sachsen. Er ging dort zur Schule und war der wohl einzige Europäer unter 3.000 chinesischen Mitschülern, wie er berichtet. Dazu lebte er in einer chinesischen Gastfamilie. Durch seine Erfahrungen weiß er über China wie kein anderer Bescheid.

Interview

Weitere Informationen unter mephisto976.de

Fotos: Christoph Becker

Wer nichts sagt, verliert!

Die Gestaltung anspruchsvoller Produktionsabläufe auf Distanz ist in deutsch-chinesischen Geschäftspartnerschaften nur durch eng abgestimmte Prozesse möglich. Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung eines regen Austauschs.

Die normgerechte Ausgestaltung der Zusammenarbeit, nach offiziellem Beginn einer Kooperation, ist daher ein Thema auf das wir näher eingehen möchten. Denn obwohl chinesische Hersteller inzwischen durchaus High-Endprodukte fertigen (können), sorgen sich deutsche Unternehmen zurecht um Qualität der Lieferung. Nicht in jedem Fall ist die Herstellung selbst das Problem. Manchmal führt ein unsachgemäßer Umgang, wie z. B. schlechte Verpackung, zu Beschädigungen der Ware beim Transport oder Bestellungen werden nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert.

Die Zusammenarbeit steht und fällt mit der Kommunikation

In der Regel lassen sich Qualitätsmängel durch ein abweichendes Verständnis von Mindeststandards erklären. Wie wir feststellen, verstehen die Mitarbeiter der Lieferanten, die für Betreuung ausländischer Unternehmen verantwortlichen sind, nicht immer ausreichend den Stellenwert einer sachgemäßen Qualitätssicherung bis zur Auslieferung an den Endkunden. Die klare Kommunikation über zu beachtende Arbeitsschritte ist daher essenziell. Ihre Vorstellungen müssen im Detail erläutert und aus dem Verstoß resultierende Konsequenzen erklärt bzw. vereinbart werden.

Chinesen folgen ganz natürlich ihrer alltäglichen Arbeitsweise, die vor Ort erfolgversprechend ist. Abweichungen von deutschen Normen sind also kein Resultat von Böswilligkeit, sondern aus chinesischer Sicht ganz selbstverständlich. Wenn die Einhaltung von deutschen Standards in der Zusammenarbeit ausschlaggebend ist, dann sind enge Absprachen und intensive Kommunikation unausweichlich. Der chinesische Partner wird es Ihnen danken und sich mit guten Ergebnissen revanchieren.

Folgende Punkte haben sich als besonders hilfreich herausgestellt:

  • Achten Sie auf eine intensive und verständliche Kommunikation mit dem Zulieferer
  • Veranlassen Sie eigene Prüfungen der Lieferungen vor und nach der Verschiffung
  • Prüfen Sie die Verschiffungsbedingungen und korrigieren Sie bei Bedarf
  • Überprüfen Sie die Warenqualität nach Ankunft genau
  • Berücksichtigen Sie ggf. großzügigere Zulieferzeiten in Ihrer Planung
  • Geben Sie Anweisungen bzw. Vorschläge zur Verbesserung im Fall von Mängeln
  • Erläutern Sie die Motivation Ihrer Vorschläge im Detail

Stehen Sie mit Ihrem Partner bereits im intensiven Kommunikationsaustausch und haben Sie ein gutes Gefühl was die weitere Zusammenarbeit betrifft? Dann geht es nun an die Detailarbeit. Die guten Beziehungen zu Ihrem Geschäftspartner können Sie nutzen, um nachhaltige Strukturen zu schaffen, die Ihren Qualitätsansprüchen gerecht werden. In unserem nächsten Beitrag beschreiben wir Einfluss-Möglichkeiten zur Steigerung des Organisationsgrads bei chinesischen Lieferanten. [weiterlesen]

Vertrauensvorschuss mit Risiko

Billigprodukte “Made in China” sind von gestern. Heute produzieren Unternehmer, nach internationalen Standards, High-Tech vor Ort. Produktionsqualität und Vertrauen sind dabei im China-Geschäft Hauptkriterien für jede Art der Kooperation.

Nicht immer ist eine eigene Niederlassung mit Fabrik in China die richtige Lösung. Nähe zum Kunden kann auch durch Kooperation mit chinesischen Partnern erreicht werden. Zahlreiche deutsche Unternehmen übergeben deshalb ihre Fertigung an chinesische Hersteller vor Ort.

Die Produktqualität ist dabei immer noch Hauptkriterium für eine erfolgreiche Auslagerung. Sie darf einer eigenen Herstellung in nichts nachstehen und muss sowohl internationalen Standards als auch eigenen Ansprüchen gerecht werden. Eine zuverlässige Zusammenarbeit mit dem Partner ist mindestens genauso wichtig für die Gewährleistung von Qualität, wie dessen Produktionskapazitäten und die Standards seiner Fertigung.

Vertrauen Sie Ihrem Partner?

Unternehmer-Geschichten aus China mit negativem Ausgang gibt es viele und man erzählt sie gerne. Als Gründe für ein Scheitern von Investitionen werden fehlende Kontakte, ebenso wie Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit dem Zulieferer sowie nicht kalkulierte Rücklaufquoten genannt. Im schlimmsten aller Fälle jedoch werden Betrugsfälle durch chinesische Partner aufgeführt.

Meist werden die Umstände so beschrieben, als wäre das chinesische Umfeld für die Situation verantwortlich. Es entsteht ein Eindruck, als wäre es schlichtweg unmöglich in China erfolgreiche Geschäfte zu tätigen. Zahlreiche Beispiele beweisen jedoch das Gegenteil. Zu selten kommt die Frage auf, ob das Unternehmen alle notwendigen Vorkehrungen zur Vermeidung der Situation und ausreichende Vorbereitungen für den Markteinstieg getroffen habe und ob ggf. eine Fehleinschätzung des Marktumfelds oder der gewählten Partner die Ursachen sind.

Unternehmer wägen ab, ob ein auf Vertrauen basierendes Kooperationsverhältnis bestehen kann und worin dies zu begründen wäre.

Fragen die sich ein Unternehmer vor Anbahnung einer Kooperation stellen sollte:

  • Ist das Unternehmen in der Lage die gewünschte Qualität zu liefern?
  • Wie sehen die Produktionsbedingungen aus?
  • Ist das Unternehmen “sauber”?
  • Ist das Unternehmen zuverlässig?

Bei der Suche nach dem passenden Kooperationspartner und vor Anbahnung einer Zusammenarbeit geht es darum vor allem diese Fragen positiv zu beantworten.

Frage 1: “Ist das Unternehmen in der Lage die gewünschte Qualität zu liefern?”

Denken Sie daran nötige Grundvoraussetzungen für die Einhaltung von Qualitätsstandards zu prüfen, z. B. das Vorhandensein und die Validität erforderlicher Zertifikate. Es hat sich bewährt eigene, für die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner erforderliche, Qualitätskriterien aufzustellen und diese während der Verhandlungen deutlich zu kommunizieren.

Frage 2: Wie sehen die Produktionsbedingungen aus?

Berücksichtigen Sie, dass ein persönliches Kennenlernen von Vertretern des potentiellen Partners sowie die Entsendung externer Gutachter oder die schlichte Prüfung von Zertifikaten, eine Begutachtung der Fertigungsstätten des Zulieferers durch eigenes Personal nicht ersetzen können.

Frage 3: Ist das Unternehmen “sauber”?

Ein Blick in die Bücher kann vieles über Arbeitsweisen und den rechtlichen Status eines Unternehmens verraten. Manche Informationen können zudem unbemerkt und ohne Wissen Ihres Partners über Register lokaler Behörden zusammengetragen werden.

Frage 4: Ist das Unternehmen zuverlässig?

Sie können Erfahrungswerte anderer Kunden oder Kooperationspartner des Unternehmens nutzen und auf diese Weise mehr über die Arbeitsweisen des Zulieferers erfahren, z. B. Pünktlichkeit der Sendungen, ordnungsgemäße Verpackung, Verunreinigungen etc. Oft genügt es einen gut vernetzten Experten einzuschalten, der über seine Kontakte Informationen in Erfahrung bringen kann.

Haben Sie nach Prüfung der oben genannten Faktoren ein gutes Gefühl, welches sachlich begründbar ist? Dann steht einer Kooperation und der Ausgestaltung der gemeinsamen Arbeit sicher nichts mehr im Wege. Auch hierbei gilt, je enger und vertrauensvoller die Zusammenarbeit, desto größer die Synergien. Unser Beitrag über die Ausgestaltung der Zusammenarbeit beschreibt mögliche Vorgehensweisen. [weiterlesen]

Anstieg chinesischer Investitionen in deutsche KMU absehbar

Mit einem Startkapital von ca. einer Mrd. USD (890 Mio. EUR) soll ein Fonds in kleine und mittlere deutsche Unternehmen investieren.

Als Investitionsschwerpunkte des neuen, sogenannten „Industrie 4.0 Fonds“ werden intelligente Herstellung, Spitzentechnologien, moderne Werkstoffe und Medizintechnik genannt. Beteiligungen kommen vor allem aus chinesischen Staatsfonds und über Investoren aus dem Nahen Osten.

Motivationen des Vorhabens sind eng mit Entwicklungen in der deutschen Wirtschaft, vor allem mit der Industrie 4.0, verknüpft. Die Gründung fand im vergangenen Jahr, nach Vereinbarung einer Innovationspartnerschaft zwischen Deutschland und China, statt. Gründervater Cai Hongping selbst war eine Zeit lang Führungskraft der Deutschen Bank in Asien.

Ein Anstieg des Interesses privater chinesischer Geldgeber an deutschen KMU ist schon seit einigen Jahren erkennbar. Einige prominente Beispiele chinesischer Beteiligungen an deutschen Unternehmen sind allgemein bekannt geworden und wurden öffentlich diskutiert. Nun tritt der chinesische Staat in Erscheinung und stellt groß angelegte Investitionen in Aussicht.

Die auf Produktion und Export getrimmte chinesische Wirtschaft kann sich also vermehrt an deutschen Unternehmen beteiligen und wird dabei von institutioneller Seite aktiv unterstützt. Durch Bereitstellung nötiger Geldmittel ist ein Anstieg von Investitionen zu erwarten, ebenso ändert sich die Verhandlungsposition chinesischer Geschäftspartner gegenüber Unternehmen. Der lange diskutierte und selten erfolgte Dialog auf Augenhöhe könnte schon bald von chinesischer Seite eingefordert werden.

Weiterführende Quellen: